Dipl.-Psych. Anett Renner

Dipl.-Psych. Anett Renner ist Einzel-, Paar- und Familientherapeutin sowie Coach, Supervisorin und Lehrende. Seit vielen Jahren begleitet sie Menschen bei Motivations-, Führungs-, Konflikt- und Gesundheitsfragen und verbindet dabei psychologische Fachkenntnis mit einem ganzheitlichen Blick auf seelische Gesundheit und persönliche Entwicklung.

DAS BUCH

Die Seele zum Leuchten bringen

Wie Du Krisen achtsam und energievoll überstehen und nutzen kannst
ISBN 978-3-949650-05-5 · 1. Auflage · 260 Seiten · 18,80 €

Die Seele zum Leuchten bringen verbindet Lebens- und Praxiserfahrung mit psychologischen Erkenntnissen. Anett Renner zeigt Wege auf, wie Menschen auch in belastenden oder krisenhaften Situationen wieder Zugang zu ihren eigenen Ressourcen finden und Zuversicht, Achtsamkeit und innere Stärke entwickeln können.

Das Buch ist in vier Teile gegliedert und führt von den „Leuchtkräften“ des Geistes und der Verbundenheit über den Umgang mit Konflikten, Stress und Schicksalsschlägen bis hin zu unmittelbar umsetzbaren Übungen für den Alltag. Im Mittelpunkt steht dabei die Frage, wie persönliche und soziale Ressourcen aktiviert und Krisen konstruktiv bewältigt werden können.

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INTERVIEW

Im Gespräch mit Anett Renner

Was war der Anlass für Sie, dieses Buch zu schreiben?

Wir leben in einer stark krisenbelasteten Zeit. Viele Menschen sind verzweifelt, sehr gestresst und fühlen sich einsam, erschöpft, ausgelaugt, traurig, ängstlich bis hin zur Ohnmacht. Viele Beziehungen sind stark gefordert und befinden sich privat und beruflich in einer Belastungsprobe.

Die Angst-, Burnout-, Depressions-, Sucht- und Gewaltphänomene steigen auch auf psychosomatischer und sozialer Ebene deutlich an. Grund genug, uns in dieser dunklen Zeit wieder mit den Leuchtkräften unserer Seele und des Miteinanders in Verbindung zu bringen.

Ich möchte mein Wissen und meine Erfahrungen über stärkendes psychologisches Krisenmanagement, die Förderung systemischer Achtsamkeit und seelischer Gesundheit mit Menschen teilen, die es gerade jetzt besonders brauchen, und niedrigschwellige Wege zur Selbsthilfe aufzeigen.

Mir ist es ein großes Anliegen, Menschen und soziale Systeme über die gesamte Lebensspanne hinweg in ihrer Selbstverantwortung, ihren Ressourcen und Gestaltungsmöglichkeiten zu stärken.

Ich wünsche mir, dass es uns gelingt, gemeinsam wieder den Blick auf Gelungenes, auf Ressourcen und Konstruktives zu richten und Hoffnung, Zuversicht und Vertrauen in die guten Kräfte und Bewegungen zu stiften.

Was macht das Buch für Sie bedeutsam?

Das Buch ist das Ergebnis einer lichtdurchwirkten Reise durch die dunklen Phasen des Lebens.

Da Krisen zum Menschsein gehören – ohne Krisen keine Entwicklung – gehört dieses Buch dazu. Mir ist es wichtig, Menschen wieder mit ihren Ressourcen und Seelenkräften in Verbindung zu bringen.

Ich habe darin viele Geschichten und Geschenke – Leuchtkräfte und Leuchtstoffe – gesammelt, mit praxistauglichen, fundierten Tools und Erkenntnissen der modernen Gesundheitspsychologie, des Coachings und der ganzheitlichen Psychotherapie, die man direkt im eigenen Alltag umsetzen kann.

Das Buch enthält fundiertes Fachwissen, ist jedoch menschlich und anschaulich geschrieben und geht unter die Haut. Es kann wärmen, trösten, umarmen, beflügeln und schlummernde Kräfte aktivieren.

Die Inhalte im Buch speisen sich aus uraltem Wissen der Menschheitsgeschichte und innovativen Ansätzen zu Achtsamkeit, Resilienz und psychosomatischer Gesundheitsförderung.

Es enthält das von mir entwickelte und vielfach erprobte SACHT-Konzept – Systemische Achtsamkeit –, einfach und praxisnah erklärt zum Sofortumsetzen. Dabei geht es nicht nur darum, komplexes Seelisches bewusst zu machen, sondern auch darum, zu einer konstruktiven Handlungs- und Beziehungsgestaltung zu gelangen, sich und seine Emotionen zu regulieren, achtsame Kontexte zu schaffen sowie mentale und soziale Kräfte zu stärken.

Der Blick geht über den Egomodus, Resilienzförderung und Selbstfürsorge hinaus. Es ist ein ganzheitliches Handlungs- und Befähigungskonzept, um aus der Ohnmacht herauszukommen. Das Buch beleuchtet auch Tabuthemen wie Angst, Depression, Schuld, Scham, Neid, Aggression oder Sexualität und weckt die Lebenskräfte.

Der Begriff „Leuchtkraft“ begleitet uns durch das Buch. Was verbinden Sie damit?

Krisen sind oft dunkle Phasen im Leben, die besondere Energie freisetzen oder Leuchtkräfte zum Vorschein bringen können. Sie ermöglichen Entwicklung, die es ohne die Krisen nicht gegeben hätte. Bei vielen Menschen, die Krisen überstanden haben, kann man so eine Leuchtkraft spüren.

Im Leben gibt es immer eine Kehrseite. Ich möchte dazu einladen, auf das Sowohl-als-auch und die Auswirkungen unserer Gedanken und Handlungen zu schauen.

Um Krisen gut überstehen zu können, brauchen wir ein funktionierendes Immunsystem. Man nennt das auch Ressourcen. Die im Buch ausgeführten Leuchtkräfte sind solche Quellen, aus denen man schöpfen kann, wenn es drinnen oder um einen herum trist, dunkel, traurig und hoffnungslos scheint.

Darüber hinaus kann man beim Lesen und Umsetzen der Übungen tiefe Erfüllung erleben und die eigene Seele beginnt zu leuchten.

Sprechen Sie in Ihrem Buch Körper, Geist und Seele an?

Mir gefällt die Metapher: Der Körper ist ein Haus, in dem die Seele wohnt. Und ja, Gesundheit ist ein Wechselspiel aus körperlichen, seelischen und sozialen Vorgängen. Der Kontext – Umgebung, Zeit, Kultur und anderes – hat immer auch Auswirkungen auf Erleben und Verhalten.

Symptome sprechen oft die Sprache ungelebter Bedürfnisse und haben häufig eine Aufmerkfunktion. Auf diese Verbindungen zu achten, ist wirklich an der Zeit.

Ich bin überzeugt, dass mit einem ganzheitlichen Blick neue und bessere Lösungswege gefunden werden können, um Krisen konstruktiv und gesünder zu bewältigen, und dass es Achtsamkeit und oft nur kleine Schritte in der eigenen Haltung und im Bewusstsein braucht, um etwas in Bewegung zu bringen oder auch zu stoppen, wenn es nötig ist.

Ich möchte in diesem Buch auf anschauliche Art und Weise die Auswirkungen von Umweltbedingungen, Stressoren und der eigenen Haltung auf körperliche, seelische und soziale Phänomene beleuchten.

An welche Menschen haben Sie beim Schreiben gedacht?

An alle Menschen, die mutig und selbstverantwortlich sein möchten und mehr verstehen wollen, was in ihnen und zwischen ihnen auf seelischer beziehungsweise psychosomatischer Ebene passiert.

An Menschen, die mehr Bewusstheit erlangen und sich mit sich selbst und ihren Beziehungen konstruktiv auseinandersetzen möchten. Menschen, die achtsamer und gesünder mit den großen Problemen und Herausforderungen umgehen möchten.

Vor allem Menschen, die in einer Krise stecken, Stress haben, viele Komplexitäten managen müssen und es gut machen möchten, die häufig traurig oder ohnmächtig sind. Menschen, die ihre Selbstfürsorge und Leuchtkräfte finden, stärken und aktivieren möchten.

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