Dr. Hedwig Pötters
Dr. med. Hedwig Pötters war über viele Jahrzehnte als praktische Ärztin in Aachen tätig und arbeitete mit einem besonderen Schwerpunkt auf Homöopathie. Neben ihrer ärztlichen Arbeit beschäftigte sie sich intensiv mit den historischen Grundlagen und Arzneimittellehren der Homöopathie – daraus entstand ihr mehrbändiges „Lexikon der Homöopathie“.
Lexikon der Homöopathie
Das „Lexikon der Homöopathie“ versammelt historische Definitionen, Begriffe und Arzneimittelbeschreibungen aus zentralen Quellen der Homöopathie. Hedwig Pötters hat dafür Werke von Samuel Hahnemann, Clemens von Bönninghausen, Constantine Hering und weiteren Autoren systematisch ausgewertet und die Fundstellen mit Quellenangaben zusammengeführt.
Das Werk richtet sich besonders an homöopathisch tätige Ärztinnen und Ärzte sowie Heilpraktikerinnen und Heilpraktiker, die Begriffe, Arzneimittel und historische Zusammenhänge vertieft nachvollziehen möchten.
Buch bestellenIm Gespräch mit Dr. med. Hedwig Pötters
Wann haben Sie begonnen, Ihr Wissen über homöopathische Arzneimittel niederzuschreiben?
Einige Jahre, nachdem ich mich niedergelassen hatte, fing ich an, Vorträge zu halten und auch Beiträge für die AHZ und ZKH zu schreiben. Ich wurde Mitglied der Kommission D des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM).
In der Kommission hatten wir häufig Streit über die Definition: Was sind freundliche und was sind feindliche Mittel? Dann bekam ich ab und zu den Auftrag, eine Definition für die nächste Sitzung vorzubereiten. Das habe ich mir bei Hahnemann, Hering oder Bönninghausen angesehen und entsprechend die Definition vorgelegt.
Da lag es nahe, das alles auch systematisch zu sammeln. Ich begann, die Bücher von Hahnemann, Hering und Bönninghausen durchzusehen – so entstand das Handlexikon der Homöopathie.
Im August 1999 wurde Ihr erstes Handlexikon der Homöopathie veröffentlicht.
Genau, und das ist nun 22 Jahre her!
Wie ist die Überarbeitung entstanden?
Ich habe mich direkt nach dem Erscheinen der ersten Ausgabe an die Überarbeitung gemacht und bis heute daran gearbeitet. Einfach aus dem Grund, dass die erste Ausgabe noch nicht vollständig war.
Zum Beispiel waren Allen und der eine oder andere Zeitgenosse von Hahnemann noch nicht enthalten. Ich habe dann deren Werke nach bestimmten Definitionen von Arzneimitteln und auch deren Wechselwirkungen durchforstet und im Original niedergeschrieben.
Das müssen Sie sich so vorstellen: Unter einem bestimmten Begriff habe ich alle Textstellen bei anderen Autoren dokumentiert, die ebenfalls etwas dazu geschrieben haben. Und natürlich nicht nur zu den wichtigsten Ärzten, sondern auch zu den Arzneimitteln – mit den vollständigen Quellenangaben.
Sie haben ein Lexikon geschrieben, die Begriffe von A bis Z erklärt und die Definitionen den jeweiligen Personen wie Hahnemann zugeordnet. Ist das richtig zusammengefasst?
Ja, das ist richtig. Ich habe die Primärbegriffe herausgearbeitet, so wie sie in ihrer Zeit gültig waren. Heute können sie vielleicht eine etwas andere Bedeutung haben. So lässt sich aber auch nachvollziehen, wie sich Begriffe aus der Homöopathie und aus der Medizin verändert haben.
Wie stellen Sie im Lexikon die Arzneimittel dar?
Ich habe zum Beispiel das Organon von Hahnemann oder alle Bände der „Chronischen Krankheiten“ systematisch durchgelesen. Alle Mittel sind im Lexikon erwähnt – aber auch die Definition oder Beschreibung Hahnemanns habe ich dokumentiert.
Sie haben also das Hahnemann’sche Werk separiert und in Ihrem Lexikon systematisiert und mit dem anderer Autoren vergleichbar gemacht?
Genau, nach Definitionen und Arzneimittelnamen.
Welchen Nutzen haben homöopathisch tätige Therapeutinnen und Therapeuten von Ihrem Werk?
Es ist vor allem für Therapeuten eine gute Hilfe, die mit homöopathisch gut vorgebildeten Patientinnen und Patienten arbeiten. Denn diese fragen häufig nach und möchten auch Querverbindungen verstehen. Das Lexikon ist für den Arzt eine gute Hilfe, Glaubwürdigkeit herzustellen.
Der homöopathische Arzt, der tiefergehend interessiert ist und auch Vorträge oder Beiträge schreibt, kann sich hier schnell über Mittel informieren und sich anhand der Quellen in ein Thema vertiefen.
Wie findet man sich im Lexikon zurecht?
Es ist alphabetisch geordnet. Die Mittel und die philosophischen Definitionen sind alle im Alphabet einsortiert.
„Die Zielgruppe für dieses Lexikon sind homöopathisch tätige Ärztinnen und Ärzte sowie Heilpraktikerinnen und Heilpraktiker, die tiefer in die Homöopathie einsteigen möchten.“
* Ein feindliches Mittel hebt die Arzneiwirkung eines anderen Mittels auf.